WIEDERERÖFFNIG SAAL12

Nach langer Wartezit wärde mir ab em kommende Donnschtig dr Barbetrieb im Saal12 (mit eme entsprächende Schutzkonzäpt) wieder uffnäh.

Zum Diskutiere und Philosophiere rund um dr FCB gits einiges – offe isch wie immer ab 18:00.

ZIT ZUM GOO!

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In den letzten drei Jahren haben wir der Führung rund um Bernhard Burgener lange den Rücken gestärkt. Zur regelmässigen und zunehmend grundlegender werdenden Kritik haben wir kaum öffentlich Position bezogen. Zwar äusserten wir uns zu einzelnen Themen wie eSports oder Indien ­– teils auch heftig, doch setzten wir damit lediglich Akzente. Nicht dass wir die grundsätzliche Kritik der Öffentlichkeit nicht geteilt hätten, nur versuchten wir diese immer wieder in direkten Gesprächen zu vermitteln, in der Hoffnung es würde eine Entwicklung stattfinden. So befanden wir uns auch in den letzten Monaten in einem intensiven Austausch mit unterschiedlichen Exponenten. Dieser führte uns jedoch zur endgültigen Einsicht, dass wir unter der aktuellen Führung keine Perspektive mehr für den FCB sehen. Wir erachten sie als nicht fähig, durch die Krise zu führen beziehungsweise die kommenden Herausforderungen zu meistern. Zum Wohle des Clubs fordern wir deshalb die komplette Führung dazu auf, aus allen Verantwortungspositionen zurückzutreten.

Doch zuerst ein Blick zurück. Nach der Ära Heusler stand der FCB vor enormen Herausforderungen für die Zukunft: Hohe Erwartungen in allen Belangen und ein grosses strukturelles Defizit, das sich nur mit sportlichem Erfolg decken liess. Mit Blick auf die internationale Entwicklung des Fussballs wäre der damalige Status quo mit grosser Wahrscheinlichkeit mittelfristig nicht zu halten gewesen, vor allem nicht ohne erhebliche finanzielle Risiken. Das Konzept der neuen Führung rund um Bernhard Burgener, den Club zu redimensionieren, schien deshalb weitsichtig und sinnvoll, auch wenn verpasst wurde, die sportlichen Erwartungen zumindest ein wenig zu dämpfen. Mit den damals grossen finanziellen Reserven war der FCB gut aufgestellt, um in diese Phase der Neuausrichtung zu starten.

Drei Jahre später befindet sich der Club in der grössten Krise seit knapp 30 Jahren. Die finanziellen Reserven waren schon Ende 2019 nahezu aufgebraucht und der FCB steckt weiterhin in einer gewaltigen finanziellen Schieflage. Das strukturelle Defizit konnte unter der neuen Führung bisher kaum verringert werden und die Folgen der Corona-Pandemie brachten den Club noch schneller in existenzielle Schwierigkeiten, als dies ohnehin bald der Fall gewesen wäre.

Die Krise ist aber bei weitem nicht nur finanzieller Natur. Der neuen Führung ist es in der Gesamtbetrachtung nie gelungen, durch ihr Handeln sowie ihre Kommunikation Vertrauen zu gewinnen und in den eigenen Reihen für Geschlossenheit zu sorgen. Ganz im Gegenteil: Trotz gewissen Lichtblicken ist das Vertrauen Stück für Stück ­– und mit jedem Tiefschlag umso mehr – verloren gegangen und der Club auseinandergebrochen. Von der Personalie Brigger über die vermeintliche Entlassung von Marcel Koller bis zum Theater rund um das Thema Lohnverzicht ­– die Liste der Ereignisse, welche zu Diskussionen führten, ist lang.

Dabei ziehen sich gewisse Muster von Fehlern wie ein roter Faden durch die letzten drei Jahre. Ob bei öffentlichen Auftritten oder im Umgang mit Medien, bei der Trainerfrage oder der damaligen Spielerrevolte, bei den Finanzen an Generalversammlungen oder den kürzlich veröffentlichten Kennzahlen des Jahres 2019: Es mangelt am Gefühl für Situationen und wie diese anzugehen sind. Dies widerspiegelt sich dann oft in einer desaströsen Kommunikation. Dazu kommen Intransparenz und Schönrederei, anstatt hinzustehen und Verantwortung zu übernehmen. All dies haben wir gegenüber der Führung immer wieder thematisiert, ohne dass ein spürbarer Lerneffekt wahrzunehmen gewesen wäre. Meistens fehlte es gar an Einsicht in die begangenen Fehler.

Ohne böse Absichten zu unterstellen: Schon jetzt ist der angerichtete Schaden enorm und lässt sich für die Zukunft kaum abschätzen – finanziell, aber auch für das Ansehen des Clubs. Die jetzige Führung befindet sich in einem Teufelskreis und wir sehen sie nicht in der Lage, diesen zu durchbrechen. Trotz verschiedenen Positionen und unterschiedlichen Anteilen an der aktuellen Krise ist der Verwaltungsrat der FC Basel 1893 AG und der FC Basel Holding AG als Ganzes dafür verantwortlich. Deshalb fordern wir die folgenden Personen dazu auf, aus ihren Führungspositionen in Aktiengesellschaft, Holding und Verein zurückzutreten: Bernhard Burgener, Roland Heri, Peter von Büren, Karl Odermatt und Massimo Ceccaroni. Auch wenn die beiden letzteren gegenüber uns eine nicht wahrnehmbare Rolle spielten und für uns weiterhin Legendenstatus geniessen, sie alle haben den bisherigen Weg mitgetragen. Ausgenommen von unserer Rücktrittsforderung ist einzig David Degen, da dieser erst seit Dezember 2019 im Verwaltungsrat der FC Basel Holding AG ist. Von ihm erwarten wir lediglich, dass er einer künftigen Lösung nicht im Wege steht.

Wir verlangen aber keinen Rücktritt per sofort mit der Gefahr des totalen Chaos, sondern einen auf Zeit. Wir nehmen alle genannten Personen in ihrem FCB-Fansein in die Verantwortung: Sie sollen einen geordneten und transparenten Übergang zu neuen Besitzern und einer neuen Führung aufgleisen, welche unsere Vision von einem lokalen und in Zukunft finanziell breit abgestützten FCB teilen. Ein Club, bei dem die wichtigsten Personalentscheide an der Vereinsversammlung getroffen werden.

Aufgrund des mangelnden Vertrauens in die Fähigkeiten der bisherigen Führung fordern wir zusätzlich, dass dieser Übergang von externen Personen aus der FCB-Fangemeinde und dem Umfeld des Clubs eng begleitet wird. Richtungsweisende Entscheide sollen dann wiederum der Mitgliederversammlung des Vereins zur Genehmigung vorgelegt werden.

Wir sind uns bewusst, dass wir eine Menge fordern. Damit werden wir sicherlich einige vor den Kopf stossen, sehr vielen anderen jedoch aus dem Herzen sprechen. In Krisenzeiten sehnt man sich nach Stabilität. Lange haben auch wir versucht zur Stabilität beizutragen, haben auf eine positive Entwicklung gehofft und waren sicherlich auch gelähmt vor der allfälligen Konsequenz einer ungewissen Zukunft. Vielleicht wäre dieser Schritt auch schon beim Debakel im letzten Sommer notwendig gewesen. Doch spätestens nach den letzten Gesprächen mit den Verantwortlichen, mit der endgültigen Einsicht der Perspektivlosigkeit unter der jetzigen Führung, erachten wir ihn als unausweichlich.

Von der aktuellen Führung wird jetzt einiges abverlangt, um die richtigen Schlüsse zu ziehen und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Doch nicht nur von ihnen: Wir alle – vom einfachen Fan bis zu den gegenwärtigen und ehemaligen Angestellten – müssen unseren Teil dazu beitragen. Es ist nicht der Moment für persönliche Abrechnungen und erneute Grabenkämpfe. Die ganze FCB-Familie muss an einem Strang ziehen und zukunftsgerichtet handeln, damit wir allen Widrigkeiten zum Trotz diese Krise gemeinsam überwinden und es wieder aufwärts geht.

ROT ISCH UNSERI LIEBI – BLAU DIE EWIGI TREUI

Muttenzerkurve Basel, Juni 2020

LUT DÄNGGT…

Vor bits mee als drei Mönet ­– ere gfühlte Ewigkeit – sin mr bim 1:0 Haimsieg geege Nikosia s letscht Mol im Stadion gstande. Sit denn isch derart viel passiert; in dr Gsellschaft, im nationale und internationale Fuessball oder bim FCB, dass es surreal wirkt, wenn me drüber nochedänggt. Rund um das Gschehe isch viel diskutiert und gschribe worde, vieli Akteur hän Position bezoge, ihri Meinige kund do und Forderige gstellt. Au diversi Fanszene und Kurve hän sich zu Wort gmolde: geege d Wiederuffnahm vom Ligabetrieb, geege Gaischterspiel, geege Profitgier, Lohnexzäss und d Sonderrolle vom Profifuessball ­– für e Systemwächsel im Fuessball generell, für s Personal im Gsundheitswäse beziehigswiis ihri Arbets- und Lohnbedingige, für mee gsellschaftligi Verantwortig und Solidarität.

Rund um uns als Kurve isch es verdächtig ruhig bliebe. D Schwiz isch vom Coronavirus nit glich stark troffe worde wie anderi Länder und d Fuessballclubs sowie d Liga sin au nit übertriebe vorprescht wie bispielswiis d Bundesliga. Die befindet sich sowieso scho länger imene Spannigsfäld inklusiv de entsprächende Konflikt mit dr Fanbasis, indäm sie dr Aaschluss an die grosse Fuessballlige probiert z bhalte.

Und trotz all däm lääbe mir notürlig nit uff ere Insle. Klar; mir sympathisiere mit vielem, wo an Vorschläg für e solidarischers, weniger exzessivs Fuessballgschäft momentan (und au scho vorhär) kursiert und lähne vieles ab, für das dr «modärni Fuessball» stoht. Aber; und so ehrlig muess me si ­– mir sin e Teil vo däm Ganze. Au als Kurve will me wachse und immer no besser wärde, grösseri und krasseri Pyroaktione oder Choreographie mache, sich uff allne Ebene mit internationale Geegner mässe – bits kräftig baut si, längt scho lang nüm. Sobald wieder Spiel im gwohnte Rahme stattfinde, wird ungachtet vo de kritisierte Uswüchs leider vieles drvo wieder si gwohnte Lauf nää. Und mir wärde dr eigene Mannschaft zuejuble und die gegnerische Spieler beleidige, es wird wieder zündet und zu Usenandersetzige koo, Gränze wärde usglotet und überschritte.

Natürlig beuge mir uns nit eifach däm ganze Fuessballsystem, sondern probiere in de unterschiedligschte Forme Widerstand z leischte, Geegestüür z gää und Alternative uffzbaue. Drbi wärde mir immer wieder dr Finger uff wundi Pünggt legge und uff Missständ uffmerksam mache. Doch au do muess me ehrlig si: Unser Handle sowie unseri Positione sin lang nit usschliesslig ethisch korräkt, juristisch erlaubt oder gsellschaftlig akzeptiert – und genau dorum gliichermasse erschreckend und faszinierend. Mir leischte sicher unseri gsellschaftlige Biiträg, doch ghöre mir (wie vieli anderi Fanszene) bi witem nit zu de progressivschte Kräft und d Solidarität beschränkt sich in dr Regel nur uff die eigeni Gmeinschaft. Nit z letscht beaaspruche mir für uns sälber sehr oft e Sonderrolle.

Genau die kaa me em Fuessball in dr Schwiz in dr jetzige Situation kuum aalaschte. In Aabetracht vo de aktuelle Lockerige isch es us gsellschaftliger Perspektive verträtbar, dass dr Ligabetrieb Ändi Juni ohni Zueschauerinne und Zueschauer wieder uffgnoh wird. Trotzdäm lähne mir Gaischterspiel als seelelosi Veraastaltig fundamental ab. Wenn Spiel ohni Publikum in dr jetzige Situation für d Clubs die beschti Variante sin, zeigt das vor allem s ungsunde Verhältnis uff, wo zu Laschte vo de Fans im Stadion und ihrer Relevanz geegenüber em Färnseh vorhande isch. Dr Versuech, d Fans mit künschtliger Stimmigskulisse z ersetze, zeigt das exemplarisch uff und isch blanke Hohn. Ohni Änderig vo dr grundsätzlige Dänggwiis wird s aagsprochene Unglichgwicht wohrschinlig zuenää, au wenn d Schwiz im Verglich mit anderne Lige no heilig isch. Dass das nit unserer Vorstellig vom Fuessball entspricht, isch sälbschterklärend.

So oder so stoht dr Fuessball vor grosse Useforderige, erscht rächt dr FCB. In dr jetzige Situation sötts sälbschtverständlig si, dass me als FCB-Fans kai Aaspruch uff e Teilruggerstattig vo dr Jooreskarte uffgrund vo de Gaischterspiel erhebt. Es goht nit ume nit bezogeni Dienschtleischtig, sondern ume Bekenntnis zum Club. Noch all de Gschichte – in de letschte Joor aber au grad kürzlig – und em drmit verbundene, schrittwiise Vertrauensverluscht in die aktuelli Fiehrig, mag das vilicht nit so eifach falle. Dr FCB isch aber mee als dr aktuelli Präsident und sini Fiehrigscrew. Är isch e Institution, wo allne Widrigkeite zum Trotz wird Bestand ha. Mir wärde uns au in Zuekunft für e Fuessball und vor allem dr FCB engagiere, um en noch unserne Vorstellige mitzgstalte.

Muttenzerkurve Basel, Juni 2020

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