Schreyhals 49

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FC BASEL 1893 – bscyb, 25. Oktober 2015

SOMMERFERIEN IN ITALIEN

Mitte Juli. Sommerferien in Italien. Abgelegenes Dörfchen, herrliche Landschaften, wunderbar warme Temperaturen, hervorragendes Essen, gemütliches «dolce far niente», Handy ausgeschaltet, immer mal wieder lese ich ein paar Seiten im neuen Buch. Zwischendurch dann doch der Griff zum Smartphone. SMS an die Familie, ich versuche, mich ins WLAN einzuloggen – misslungen, Handy wieder weggelegt. Die «gazzetta dello sport» genommen: probiert, die Titelstory über Mohammed Salahs Wechseltheater von Florenz zu Rom einigermassen zu entziffern, den Rest des Fussballteils – gefühlte 50 Seiten mit Transfergerüchten aus aller Welt – durchgeblättert und den nächsten Verbindungsversuch gestartet. Diesmal hat es geklappt. FCB-Webseite aufgerufen. Mal schauen, was gelaufen ist.

Testspiel gegen Leverkusen gewonnen, ein Beitrag in der Serie «ehemalige FCB-Spieler» und ein paar Videos von vergangener Woche: Trainingslager, Interviews und und und. Anschauen kann ja nicht schaden und Zeit ist reichlich vorhanden.

Gesagt, getan. Ich klicke ein Interview mit Birkir Bjarnason, dem neuverpflichteten Isländer, an und bin gespannt, was dieser zu sagen hat. Video lädt… Plötzlich, leichte, aufmunternde elektronische Musik beginnt, ein Berg wird eingeblendet, ein Snowboarder fliegt durch eine verschneite Landschaft, Lindsey Vonn hält den Daumen hoch, einige Skifahrerfamilien tummeln sich auf der Anfängerpiste, ein Kind rutscht über den Schlittelweg, ein Golfer schlägt den Ball aus dem Sand, Szene aus einem Damen-Beachvolleyballspiel, ein Wasserskifahrer präsentiert seinen Salto, Panorama eines Bergdorfes, ein grosser Schriftzug: Crans-Montana. Dann die Silhouette des FCB-Logos. Darin sieht man die Spieler trainieren, die Silhouette wird immer grösser, nochmals das Panorama, und man erfährt was das ganze soll: Crans-Montana ist „classic partner“ des FCB.

«Classic partner»? Beim FC Basel sind dies Sponsoren und Partner der vierten von insgesamt fünf Kategorien. Diese umfasst 16 Firmen, unter anderem eben Crans-Montana-Tourismus. Doch nun will ich etwas mehr erfahren über diese Partnerschaft. Glücklicherweise gibt es auch dazu ein Video auf der FCB-Homepage (nebenbei: ich habe das Gefühl, es gibt im Internetauftritt des FCB für alles ein Video). Ich darf mir nochmals den Einspieler anschauen, bis dann eine Szene auf dem Balkon eines schicken Hotels beginnt und man sich gegenseitig mit Geschenken und Lob überhäuft.

Crans-Montana und der FC Basel. Eine perfekte Marketing-Partnerschaft, bei der – wie könnte es auch anders sein – die sportlichen Argumente überwiegen. So etwa umschreibt FCB-Marketingdirektor Martin Blaser die Symbiose aus beliebter Tourismusdestination und Branchenprimus des Schweizer Fussballs. Auch Bruno Huggler, Tourismusdirektor von Crans-Montana, ist begeistert davon, dass man mit dem FC Basel einen solch prominenten Partner ins Wallis locken konnte. Nebst dem, dass der Club hier die Vorzüge der Sonne und der reinsten Bergluft der Schweiz geniessen kann, erhofft sich Huggler durch die Kooperation noch mehr Touristen, vor allem aus Basel, ins Wallis zu locken.

Um dies aber herauszufinden musste ich, Sie können es vielleicht erahnen, ein weiteres Video anschauen, bei dem – genau – der Berg-Snowboarder-Lindsey-Vonn-Anfängerpiste-Golfer-Beachvolleyball-Wasserski-Bergdorpanorama-Werbeclip eingespielt wurde. Nun gut, der FCB befindet sich nun mal in Crans-Montana. Daher spielt er diesen Werbeclip zu Beginn der Trainigslagervideos wohl so lange ein, bis er wieder in Basel ist. Ob es mir passt oder nicht. Sie können sich vorstellen, dass ich mich über das Video «Der letzte Tag in Crans-Montana» doch ein wenig gefreut habe.

Nach meinem Ausflug in die Onlinewelt des FCB muss ich langsam meine Sachen packen, da ich bald zurück nach Basel fahre, denn am Wochenende steht das erste Spiel der Saison an. Nach dem Zusammenpacken geniesse ich den letzten Abend. Ich denke zurück an das grandiose Essen und die wunderbaren Sonnenuntergänge bis die kühle Nachtluft durch mein Fenster zieht und mich langsam aber sicher einschlafen lässt. Herrn Huggler, denke ich mir noch, muss ich leider enttäuschen. Auch die nächsten Sommerferien werde ich wohl in Italien und nicht im Wallis verbringen.

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