Schreyhals 32

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1. OKTOBER 2011, FC BASEL 1893 – Servette FC

Hüt kunnsch mit ins Stadion: Dr. Felix Marti

Wir sind im Sprechzimmer bei Dr. Felix Marti – ein FCB-Wimpel, ein kleiner Meisterpokal vom Titelgewinn 1980 und weitere FCB-Trophäen stehen auf dem Bücherregal. In drei Stunden beginnt das EM-Qualifikationsspiel zwischen der Schweiz und Bulgarien und vor wenigen Minuten haben zwei FCB-Junioren die Praxis verlassen.Neben meiner Funktion als FCB-Clubarzt bin ich auch noch Stadionarzt von Basel United und deshalb auch an Länderspielen engagiert. Die Arbeit auf Clubebene teilen wir uns auf, zusammen mit Dr. Markus Rothweiler, Dr. Markus Weber und dem Orthopädieteam des Bruderholzspitals.
Zwei Stunden vor Spielbeginn finde ich mich im Joggeli ein, zusammen mit den Physiotherapeuten: Tapeverbände werden angebracht, Muskeln gelockert, ganz selten ein Schmerzmittel verabreicht. Ich spreche kurz mit den Spielern und dem Trainer, letzte Vorbereitungen werden getroffen. Während des Spiels: mitfiebern von der Spielerbank aus. Und hoffen, dass sich niemand verletzt. Bei Zusammenstössen von Spielern versuchen wir die Situation aus der Ferne zu analysieren. Einmal auf dem Feld, muss alles sehr schnell gehen. Wichtig ist, sofort zu entscheiden, ob der Spieler weitermachen kann oder nicht. Nur bei schwereren Verletzungen wird vor Ort verarztet, grundsätzlich wird der Spieler vom Platz getragen. Auf das Spielfeld dürfen wir erst, wenn der Schiedsrichter uns dazu auffordert. Ausnahmen gab es natürlich: Ich sehe, wie ein Spieler nach einem Zusammenstoss mit Stefan Huber regungslos auf dem Rücken liegen bleibt. Instinktiv renne ich auf den Platz. Der Spieler droht an seiner eigenen Zunge zu ersticken, also holte ich ihm die Zunge aus dem Rachen – mit der Hand.
Bevor ich 1979 zum FCB stiess, arbeiteten bereits mein Vater und dessen Bruder als Clubärzte beim FCB. Aus Mangel an medizinischem Personal durfte ich – der gerade erst das Studium beendet hatte – kurzfristig den FCB ins Trainingslager nach Haiti und Antigua (Inselstaat in der Karibik, Anm. d. Verf.) begleiten. Es folgten weitere Trainingslager in so illustren Orten wie Singapur, Malaysia oder Acapulco (Mexico).
Zu jener Zeit war Helmut Benthaus Trainer und Dr. René Theler Präsident des FCB. In den folgenden  33 (!) Jahren als Clubarzt beim FCB ist Thorsten Fink der 19. Trainer, mit welchem ich zusammenarbeiten darf.
Bei Verletzungen eines Spielers findet – üblicherweise in den ersten drei Tagen – die Diagnose sowie die Prognose statt, wie lange der Spieler ausfallen wird. Die Physiotherapeuten (Nicolas Unternährer, Peter Hohl, Dirk Wüst) begleiten und betreuen den Spieler intensiv auf seinem Weg zur Besserung. Seine Situation wird laufend analysiert. Der Entscheid, ob ein Spieler aufläuft, liegt nach Beratung mit dem Medicoteam beim Trainer – vor allem dann, wenn es der Mannschaft nicht gut läuft und der verletzte Spieler von grosser Bedeutung ist, ist diese Entscheidung mit hohem Druck für alle Beteiligten verbunden.
Ich bin klar für mehr Gerechtigkeit und weniger Spektakel in Form von Schwalben und krassen Fouls auf dem Platz. Daher wünsche ich mir generell eine Stärkung des Schiedsrichtertrios. Vor allem auch, wenn man realisiert, wie matschentscheidend ein Schiedsrichterentscheid sein kann. Für mich sind Spektakel genug: Streller-Absatztricks, Frei-Freistösse, Shaqiri-Hämmer, Abraham-Fallrückzieher, Choreographien und Anfeuerungsgesänge aus der Muttenzerkurve, aber sicher keine Schauspieleinlagen der Gegner oder sonstiger unsportlicher Betrug.
Neben meinen Tätigkeiten rund um den Fussball bin ich vor allem als Hausarzt in Muttenz tätig, wo ich um 7.30 Uhr beginne und bis 19.00 Uhr arbeite. Daneben bleibt mir genügend Freizeit. Zudem bereitet mir mein Job nach wie vor grosse Freude. Zum Glück benötige ich wenig Schlaf, und nach den Spielen bin ich noch ca. eine Stunde im Stadion. Anschliessend bevorzuge ich einen Abend im Rahmen der Familie.
Meine schönsten Erlebnisse mit dem FCB waren der Wiederaufstieg 1994 und natürlich der zweimalige Einzug in die Königsklasse 2002 und 2010 samt den damit verbundenen tollen Spielen.

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