Schreyhals 10

Schreyhals 10

Mittwoch, 22.03.2006, FC Basel 1893 – FC Aarau

Gummi im Fürstentum

Mittwoch Abend kurz nach 22 Uhr, Basel Joggeli. Etwa 100 FCB-Fans besammeln sich vor der Muttenzerkurve. Dann ging die Reise los, schon auf den ersten Kilometern sang man sich die Kehlen heiser. So ratterten die Busse also durch die Landschaft, nach knapp zwei Stunden war man durch den Gotthardtunnel und machte es sich auf der Raststätte Ambri-Piotta bequem. Nach ein wenig Pause mit Fussballspielen und so machten wir uns wieder auf die Reise gegen Süden. Als ich wieder erwachte waren wir kurz vor Genua, die Sonne ging langsam auf. Die Reise führte durch eine ziemlich schöne Küstenlandschaft, links Meer, rechts die Alpen. So tuckerte man durch ungefähr 400 Tunnels bis man dann endlich Monaco erreichte. Der Busfahrer wollte uns einen Überblick auf die Stadt ermöglichen (das hartnäckige Gerücht, er habe sich nur verfahren, liess sich nie so ganz aus der Welt schaffen). Als man dann die unzähligen Haarnadelkurven endlich hinter sich hatte, jeder seine Sinne geschärft, ging es erstmal auf eine kleine Stadtbesichtigung.
Die Gruppe zerstreute sich, aber irgendwie fanden sich alle bei einem Einkaufszentrum in der Nähe des Stadions wieder, wo man amerikanische Fastfoodprodukte in sich reinstopfte und mit amüsiertem Befremden feststellte, dass diese Fastfoodkette Tickets für das Spiel verschenkte…
Obwohl die Nacht zuvor für Einige ziemlich hart gewesen sein musste, torkelte man runter zum Hafen wo sich auch die Boxengasse des Grand Prix befindet. Später tanzte die Polizei ein erstes Mal auf, notabene mit vier Motorrädern. Es sei verboten oben ohne herumzuliegen und ausserdem würden Glasscherben mit 50 Euro gebüsst, nur so, im Fall!!
Also ging es mal weiter auf Erkundungstour, durch den Hafen, den japanischen Garten mit seinen Zierfischen und zum Strand. Es war ein wunderbares Gefühl mitten im helvetischen Winter seine erschöpften und wohl übel riechenden Füsse ins kalte Mittelmeer zu stecken, den weichen Kieselstrand unter den Sohlen, und sich die Sonne auf den Allerwertesten scheinen zu lassen!
Tja, nach einer weiteren Hafenrunde machte man sich auf zum Einkaufszentrum wo sich zahlreiche Fans versammelten, um gemeinsam zum Stadion zu gehen. So setzte man sich kurz vor sieben in Bewegung und erreichte wenig später den Eingang zum Gästeblock. Das Stadion sieht eher nach einem Hallenbad, einer Messehalle oder einem Bürogebäude aus und hat riesige Schaufensterfronten. In diesem Bereich finden die Eingangskontrollen statt, durch Polizisten notabene, aber trotzdem einigermassen freundlich! Dann gings in die Höhe, in Monaco muss man nicht Treppen steigen, da kann man sich auf ne Rolltreppe stellen – unglaublich!
Der Gästeblock ist gerade neben der Haupttribüne, hat kein Dach und fasst schätzungsweise 2000 Zuschauer, mit direkter Sicht auf den Spielertunnel! Er wurde von etwa 500 FCB-Fans besetzt und mit allen möglichen Zaunfahnen verschönert. Von nun an hiess es warten, fast zwei Stunden bis zum Spielbeginn. Zum Intro gab es ein paar Papierschnipsel, Ballons, zahlreiche Doppelhalter und ein paar «extrem gefährliche» Notsignalfackeln. Auch auf der Heimtribüne brannten einige Bengalen, welche von den Stewards persönlich abgeholt wurden – sonst passierte in dieser Hinsicht gar nichts!
Das Spielgeschehen ist ja bekannt, trotz der eher dürftigen Leistung des FCB war der Support im Gästeblock hervorragend, im Gegensatz zur Heimkurve, die man kein einziges Mal hörte und durchgehend von üblem Damengekreische aus dem Block nebenan übertönt wurde!
Die Monaco-Fans zündeten zwar nach dem aberkannten Führungstor und auch nach dem Penaltytreffer Bengalen, sonst waren sie schlichtweg nicht wahrnehmbar. Der 1-0 Rückstand in der Pause war eine verkraftbare Hypothek für den FCB. Die Ausgangslage war unverändert, ein Tor und man ist weiter im Geschäft. Tatsächlich fiel es zehn Minuten nach der Pause, hochverdient nach einem Eckball, das Tor von Majstorovic liess den Gästeblock förmlich explodieren und änderte den Spielverlauf komplett: Die Monegassen rannten nun kopflos auf das Basler Tor und boten uns beinahe noch Chancen zum 2:0. Die Freude war riesengross und man sang bis zum Schlusspfiff ausgelassen. Die Mannschaft feierte den Triumph, der Stolz in den Augen der Spieler war förmlich zu sehen. Zubi holte sich eine Fahne aus dem Block und schwang sie, die Spieler tanzten, ein Zeichen der Wertschätzung des Captains an uns Fans!
Stolz und zufrieden verliess man das Stadion und marschierte zu den Bussen zurück. Auch mit von der Partie ein etwas verwirrt wirkende Präsident, der auf der Suche nach «seinem» Car war («wenn dr e Bus sehnd ohni mi, denn ischs mine») – ein Auftritt der dich wohl nicht in die Geschichtsbücher bringen wird, Werni!
Kurz darauf fiel ich in gnädigen Schlaf und wachte erst wieder in Bellinzona kurz auf. Als ich die Augen das nächste Mal öffnete waren wir nur noch wenige Kilometer vom Joggeli entfernt.

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