FUESSBALL FÜR ALLI – 25/20.– IN GÄSCHTESEKTORE

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RÜCKBLICK
In den Gastsektoren der Schweizer Fussballklubs lässt sich in den letzten Jahren eine allgemeine Tendenz zu teureren Ticketpreisen und zur schleichenden Abschaffung von Ermässigungen ausmachen. Bereits in der Vergangenheit mündete diese immer wieder in vereinzelten Protestaktionen verschiedener Fanszenen beispielsweise in Zürich, Lausanne oder Neuchâtel. Hinter diesen steckte jedoch keine einheitliche Forderung und vor allem vermochten sie den allgemeinen Trend nicht zu brechen. Wenn sie überhaupt von Erfolg gekrönt waren, war dieser meist kurzfristiger Natur.

Um der Entwicklung entgegenzuwirken und um ein einheitliches Vorgehen bemüht, veröffentlichten die Schweizer Fanszenen im Februar dieses Jahres ein gemeinsames Communiqué zur Problematik. In diesem wurden alle Vereine dazu aufgefordert, ihre Preispolitik im Hinblick auf den Beginn der Saison 2014/2015 im August zu überdenken. Konkret wurde die Forderung nach einem Maximalpreis von 25 Franken für Erwachsene und 20 Franken für Jugendliche, Lehrlinge/Studenten und IV/AHV-Bezüger gestellt.

SITUATION UNVERÄNDERT
Eine Reaktion auf das Communiqué in der Form von Taten blieb aus. Anstatt Lausanne (29 Franken Einheitspreis) spielt jetzt zwar in der neuen Saison Vaduz (25 Franken Erwachsene / 15 Franken ermässigt) in der höchsten Schweizer Liga, eine wirkliche Verbesserung der Situation durch die Vereine wurde jedoch nicht realisiert. Im Gegenteil: Auch der FC Aarau hat die ermässigte Kategorie für 22 Franken abgeschafft; der Besuch des Gastsektors kostet nun einheitlich 27 Franken. Die Ausgangslage ist also nahezu unverändert.

Als Vergleich: In der Spielzeit 2008/2009 verlangten nur Vaduz und Zürich
Preise über 25 Franken. Heute – sechs Jahre später – liegt nur noch ein Verein, nämlich der FC St. Gallen (mit 20 Franken), unter dieser Marke. Das Preisniveau insgesamt tendiert stetig gegen 30 Franken. Dieser Preisanstieg in den Gastsektoren hat zu einer enormen preislichen Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsspielen geführt, welche die Problematik der zu teuren Eintrittspreise eindrücklich aufzeigt:

GASTSEKTOREN
In der abgelaufenen Saison 2013/2014 kostete der Besuch des Gäste-
sektors für einen Erwachsenen bei einem Fussballspiel der höchsten Schweizer Liga durchschnittlich 26.40 Franken. Dies ergab – ohne Berücksichtigung des finanziellen Aufwandes für Anreise und Verpflegung – bei 18 Auswärtsspielen pro Saison einen Betrag von 475.20 Franken.

HEIMSEKTOREN
Der durchschnittliche Preis einer Jahreskarte für die Heimkurve in der
erwähnten Saison lag bei 302 Franken; also 16.75 Franken pro Spiel.

Fazit: Das Auswärtsspiel kostete knapp 60% mehr als das Heimspiel.

Dieser Vergleich ist insofern zulässig, als dass ein Grossteil der Fans, welche Auswärtsspiele besuchen, im Besitz einer Dauerkarte für die Heimspiele ihres Vereins sind. Es dürfte also im Interesse aller Vereine sein, dass ihre eigenen Fans auch bei Auswärtsspielen faire Preise bezahlen.

ERMÄSSIGUNGEN VERSCHWINDEN
Zudem wurden bis zur Datenerhebung in der Winterpause 2013/2014 die Ermässigungen für Jugendliche und Studenten/Lehrlinge abgesehen von zwei Ausnahmen über die Jahre hinweg schleichend aufgehoben, obwohl diese verbilligten Kategorien in praktisch allen Heimkurven nach wie vor angeboten werden. So bezahlten die gleichen Fans durchschnittlich rund 30% mehr im Gastsektor als für einen Einzeleintritt in der Heimkurve. Damit missacht ein Grossteil der Schweizer Vereine das Sicherheitsreglement der SFL. In Artikel 7. Absatz 5. wird klar festgehalten:

«Die Preise für Eintrittskarten der Anhänger des Gastklubs dürfen nicht höher sein als jene für Karten einer vergleichbaren Kategorie, die den Anhängern des Heimklubs verkauft werden.»

Es ist davon auszugehen, dass mit «vergleichbarer Kategorie» die jeweilige Heimkurve gemeint ist, welche praktisch überall den günstigsten Sektor darstellt, denn ansonsten würde es keinen Sinn machen, diesen Artikel im Sicherheitsreglement aufzuführen. Das offensichtliche Ziel ist nämlich zu verhindern, dass die Gästefans aus Kostengründen auf andere Sektoren ausweichen. Fadenscheinige Argumente für Preisunterschiede wie Sitzplätze, die Abwälzung von Sicherheitskosten oder die Lage des Gastsektors im Stadion zählen nicht, denn Fankurve ist und bleibt Fankurve.

FUSSBALL ALS VOLKSSPORT
Diese eben beschriebene Entwicklung steht konträr zur gesellschaftlichen Bedeutung des Fussballs als Volkssport, welcher alle Bevölkerungsschichten miteinander verbindet. Zur Erhaltung dieser Tradition muss Fussball auch in Zukunft für alle Schichten und Altersklassen bezahlbar bleiben, auch bei Auswärtsspielen. Dieser Text ist Teil einer schweizweiten Aktion in allen Stadien, welche sich über zwei Spieltage hinzieht. Ziel ist es, der unten erwähnten, gemeinsamen Forderung Nachdruck zu verleihen und zudem verlangen wir, dass unser Anliegen an der nächsten Konferenz der Klubpräsidenten diskutiert wird.

Maximalpreise und Abstufungen in Gästesektoren

LIGASPIELE

  • 25 Franken für Erwachsene
  • 20 Franken ermässigt*

SCHWEIZER CUP

1/32 und 1/16-Final

  • 20 Franken für Erwachsene
  • 15 Franken ermässigt*

1/8 bis 1/2-Final

  • 25 Franken für Erwachsene
  • 20 Franken ermässigt*

Final

  • 40 Franken für Erwachsene
  • 25 Franken ermässigt*

RÄCHTSHILF

Für alli, wo rund um d Fuessballspiel vom FCB in Kontakt mit dr Polizei kömme. Informatione und Tipps in rächtlige Aaglägeheite.

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