FC BASEL 1893

Annonce 43230 und Anfangsjahre
Die Geschichte unseres Vereins beginnt mit Annonce 43230 in der Basler «National-Zeitung» vom 12. November 1893, aufgegeben von Herrn Roland Geldner*:

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* ob das Inserat tatsächlich von Roland Geldner aufgegeben wurde? Dafür fehlt bis heute eine Quelle; wer diesbezüglich weiterhelfen kann: info(a)muttenzerkurve.ch

Dem Aufruf folgten genau elf Personen: Emil Abderhalden, Max Born, Josef Ebinger, Max Geldner, Wilhelm Glaser, Jean Grieder, Ferdinand Isler, Wilhelm Oser, Lucien Schmoll, Richard Strub und John Tollmann. Am 15. November 1893 gründeten sie gemeinsam den «Footballclub Basel» und wählten Roland Geldner zum ersten Präsidenten.

In den Anfangsjahren trainierte und spielte die Mannschaft auf dem Landhof – damals noch ausserhalb der Stadt und mehr Acker denn Sportstätte. Sein erstes Spiel bestritt der FC Basel am 26. November 1893: zwei ad hoc gebildete FCB-Teams spielten in einem internen Match gegeneinander. Das Ergebnis ist nicht überliefert. Dem Jahrbuch entnimmt man aber, dass es kein Unentschieden gab, sodass der FCB sein erstes Spiel kurioserweise gleichzeitig gewann und verlor.

Zwei Wochen später trat der FCB dann das erste Mal offiziell in Erscheinung und errang einen 2:0 Sieg im Spiel gegen den Realschülerturnverein Basel. Geselligkeit war ebenso bedeutend wie das Fussballspielen. Als Stammlokal diente dem Verein in dieser Zeit das Hotel Jura, später die Safranzunft. Da es in der Gründerzeit keine offizielle Meisterschaft gab, oblag es dem FCB, seine Spiele selber zu organisieren: Das Lokalderby gegen den BSC Old Boys und die Spiele gegen den Grasshoppers Club Zürich hatten es besonders in sich.

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An der ersten Schweizer Meisterschaft im Jahre 1897/8 (welche übrigens nicht durch die 1895 gegründete Schweizerische Football Association (SFA; ab 1913 SFV), sondern durch die Genfer Zeitung «La Suisse Sportive» und einen Genfer Sportpionier organisiert wurde), nahm der FCB nicht teil. Sieger waren die Grasshoppers, doch der Titel ging nicht in die Statistik ein. Erst die nächste Meisterschaft (1898/9), vom Verband national organisiert, gilt heute offiziell als erste Schweizer Meisterschaft. Damals wurde der Schweizer Meister in einer Finalrunde der regionalen Meister aus der Ost-, West- und Zentralschweiz ausgespielt. Der BSC Old Boys Basel und der FC Basel machten den Sieger der Gruppe Zentralschweiz unter sich aus, wobei die Old Boys erst nach einem Protest siegreich waren. Begünstigt durch weitere Entscheide am grünen Tisch schafften sie es ins Finale, wurden dort aber von einem heute nicht mehr existierenden Club, dem Anglo American Club Zürich, mit 7:0 vom Platz gefegt. In der Saison 1899/1900 nahm der FCB wiederum nicht teil, dies sollte seine letzte Absenz bleiben.

Ära Thalmann (1908-13), erster Weltkrieg und Weltwirtschaftskrise
Die Zeit zwischen der Jahrhundertwende und dem Anfang des ersten Weltkriegs wird auch als «Ära Thalmann» bezeichnet. Ernst Thalmann, Spitzname «Atom», war auf wie auch neben dem Platz eine herausragende Persönlichkeit, die sich mit einer ihm eigenen, witzig-volksnahen Art für den Verein engagierte.

Obwohl der FCB erst viele Jahre später seinen ersten Meistertitel gewinnen sollte, spielte er schon damals in der Spitze mit. In der Saison 1906/7 gewann er nach einem Sieg gegen die Old Boys die Gruppe Zentralschweiz und zog in die «Finalrunde» der Schweizermeisterschaft ein. Dort setzte es gegen Servette Genf und die Young Fellows Zürich zwei Niederlagen ab.

Der Erste Weltkrieg behinderte den Spielbetrieb in der Schweiz stark. Fussballfelder wurden als Kartoffeläcker umgenutzt und viele Spieler mussten in die Armee einrücken. Der FCB blieb nicht verschont, nahm aber an der trotz aller Widrigkeiten durchgeführten Schweizer Meisterschaft teil, allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Nach dem Kriegsende 1918 wirkte sich die prekäre Weltwirtschaftslage weiterhin negativ auf das Sportgeschehen aus, was Aussagen aus dem 50 Jahre-Jubiläumsbuch (erschienen 1943) von Jules Düblin, wohl einer der umsichtigsten Persönlichkeiten in unserer Vereinsgeschichte, eindrücklich belegen:

«Die Träger der sportlichen Ideale wurden in den Hintergrund geschoben…..Es kam die Zeit, wo man Sport nur noch als Geschäft betrachtete. Der Sport wurde zugedeckt von den Schneewettern des sportlichen Materialismus und Kommerzialismus.»

Erfolge gab es auch in dieser Zeit keine, mit Ausnahme der Saison 1929/30, als der FC Basel zum zweiten Mal Gruppensieger der Zentralschweiz wurde, in der Finalrunde aber wiederum scheiterte. Grosse Veränderungen kamen anfangs der 1930er Jahre, nachdem der Verband den Berufsfussball offiziell bewilligte (soviel zur Idee, der «moderne Fussball» sei ein Produkt der Neuzeit). In der Folge agierten viele Clubs wirtschaftlich unvernünftig, worauf der Verband Massnahmen traf, seinen Entschluss zu korrigieren. Die Reformen griffen aber mehr schlecht als recht: viele Vereine schrieben rote Zahlen, manche gingen Konkurs.

Obwohl keine Ausnahme, gehörte der FC Basel noch zu den eher vernünftigen Clubs. Wie Franz Rinderer, der damalige Präsident, in seinem Jahresbericht 1936 schrieb:

«Trotz den ernsten Ermahnungen vor fünf Jahren glaubten die meisten Clubs mit Volldampf ins Berufsspielertum hineinfahren zu müssen, ohne zu überlegen, wo die Grenze der optimalen Leistungsfähigkeit liegt. Planlos wurde gewirtschaftet und erst wenn es zu spät war, stellte sich die Besinnung ein.»

Eine andere Stelle belegt eindrücklich, wie sehr sich der FCB als Volksverein verstand:

«Bei dieser Gelegenheit möchte ich aber noch darauf hinweisen, dass die erspiessliche Zusammenarbeit der letzten Jahre tief in die Reihen unserer Mitglieder eingedrungen ist. Darin lag eine innere Kraft, die unsern Club stark erhalten hat. Wir haben uns nicht zu einem Gebilde entwickelt, das lediglich nur eine Geschäftsstelle und eine 1. Mannschaft umfasst, sondern wir sind im wahrsten Sinne des Wortes ein Verein geblieben. Darauf dürfen wir stolz sein.»

Am 9. April 1933 feierte der FCB endlich einen grossen Triumph. Vor 14’000 Zuschauern im Hardturm besiegte er die Grasshoppers in einem turbulenten Cupfinal mit 4:3. In der Meisterschaft (welche sich in der Zwischenzeit Nationalliga nannte, deren Modus aber munter geändert wurde) blieb der FCB erfolglos. Die Saison 1938/9 markierte dann einen Tiefpunkt; als Tabellenletzter stieg der FCB aus der höchsten Spielklasse ab. Bis dahin hatte er, wohlgemerkt als einziger Schweizer Klub seit der Gründung des Fussballverbandes, immer in der höchsten Liga gespielt.

Zweiter Weltkrieg und 50er Jahre
Die Kriegsjahre zeugten von einem steten Auf und Ab. In der 1. Liga (die Nationalliga B gab es damals noch nicht) beendete der FC Basel die Meisterschaft 1939/40 auf dem ersten Platz, durfte jedoch nicht aufsteigen: viele Spieler und Funktionäre waren ins Militär eingezogen worden und der Modus der sogenannten «Mobilisationsmeisterschaft» schloss Relegation und Aufstieg im ersten Kriegsjahr aus.

In der darauffolgenden Saison machte ein neuer Modus den Aufstieg zwar möglich, der FCB scheiterte jedoch in der Auf-/Abstiegsrunde am FC Zürich und dem FC Cantonal Neuchâtel. In den Kriegsjahren wurde der FCB zu einem veritablen Fahrstuhlverein. 1941/2 war er sehr erfolgreich: Aufsteiger (pünktlich zum 50-jährigen Bestehen wieder erstklassig) und dazu noch Cupfinalist (der Cupsieg ging zwar nach zwei hart umkämpften Spielen an den Rivalen GC). Danach entkam er dem erneuten Wiederabstieg nur knapp, verlor den Cupfinal erneut (diesmal gegen Lausanne), stieg 1945 ab (in die eben erst gegründete Nationalliga B) und nach nur einer Saison in die Nationalliga A auf. Ruhe und erste Erfolge stellten sich ein, als René Bader das Ruder übernahm (erst als Spieler, dann als Spielertrainer). 1947 gewann man den Cup zum zweiten mal – ein bemerkenswerter Erfolg, wenn man bedenkt, dass der FCB konsequent auf eigene Spieler setzte und der zunehmenden Kommerzialisierung ganz allgemein kritisch gegenüberstand. Um den Verbleib in der obersten Klasse zu sichern, ging man mit der Zeit und verpflichtete (für damalige Verhältnisse) teure Spieler aus dem Ausland. Der Fussballbetrieb wurde rasant teurer und in der Saison 1950/1 erwirtschaftete der FCB ein Defizit von 60’000 Franken, viel für damalige Verhältnisse. In dieser sportlich nicht sehr erfolgreichen Saison wurde erstmals von Ausschreitungen rund um ein FCB Spiel berichtet (nach einer 1:2-Heimniederlage im Cup gegen Locarno) – soviel zur Behauptung, Ausschreitungen seien ein modernes Phänomen.

In der Saison 1952/3 erfüllte sich ein lang gehegter Traum. Genau 60 Jahre nach seiner Gründung gewann der FCB die erste Meisterschaft. Herausragender Spieler dieser Mannschaft war Josef «Seppe» Hügi, im Volksmund «Goldfiessli» genannt, der dreimal hintereinander Torschützenkönig wurde und zwischen 1950 und 1957 unglaubliche 162 Tore für den FCB schoss. Die Meisterfeier fand in Form eines von Pfeiffern und Trommlern begleiteten Marsches durch das Kleinbasel sowie einer anschliessenden Feier in der «Muba» statt.

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Die dem Titel folgenden Spielzeiten waren eher mager. Spieler wechselten munter hin und her, und der FCB konnte seinen Erfolg nicht wiederholen. Auf die Weltmeisterschaft 1954 wurde in Basel das St. Jakob-Stadion gebaut, der FCB spielte aber weiterhin auf dem Landhof. Zu Beginn der 60er-Jahre (1962/3) gewann der FC Basel zum dritten Mal den Cup im Finale gegen die Grasshoppers.

Ära Benthaus
1965 gelang dem FCB einer seiner grössten Coups. Präsident Lucien Schmidlin verpflichtete einen jungen Spielertrainer vom damals sehr erfolgreichen 1. FC Köln: Helmut Benthaus. Noch heute steht sein Name für die erste erfolgreiche Zeit des FCB. Aus Köln brachte Benthaus grosses Fachwissen mit, er professionalisierte den Club und führte moderne Trainingsmethoden ein. Seine Erfahrung zahlte sich umgehend aus, und der FCB gewann in der Saison 1966/7 zum ersten mal in seiner Geschichte das Double. Die Euphorie war so gross wie noch nie zuvor.

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Der Landhof war bald zu klein für die begeisterten Massen, und so zog man definitiv ins «Joggeli» um (das letzte Spiel auf dem Landhof war ein 1:0 Sieg gegen die Young Fellows Zürich im Herbst 1967). In der Brüglingerebene spielte der FCB häufig vor grosser Kulisse und verlor zwischen 1968 und 1972 vier Jahre lang kein einziges Heimspiel.

Auch als Benthaus die Fussballschuhe an den Nagel hängte und nur noch als Trainer agierte, blieb der FCB erfolgreich. Charakterstarke Spieler wie Odermatt oder Hitzfeld übernahmen die Verantwortung auf dem Feld und der FCB dominierte die Schweizer Meisterschaft nach Belieben. Er wurde zwischen 1968 und 1973 gleich viermal Schweizer Meister und machte sich mit zwei Alpencupsiegen auch international einen Namen.

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Unvergessen aus dieser Zeit bleibt das Jahrhundert-Europacup-Spiel gegen Brügge, das im November 1973 mit einem spektakulären 6:4 endete, und natürlich das 4:0 im alles entscheidenden Meisterschaftsfinale 1972 gegen den FCZ (vor 56’000 Zuschauern).

Zur Saison 1973/4 hin folgte ein vermeintlicher Hammertransfer, der leider nicht einschlug. Teofilo Cubillas, in Südamerika als Fussballer vergöttert, konnte sich in der Schweiz nicht durchsetzen; nach nur einer Saison verliess er den FCB. Es folgte für den damals erfolgsverwöhnten Verein eine durchzogene Zeit, ehe er Ende der 70er wieder Erfolg hatte. 1980 wurde der FCB (etwas überraschend) nochmals Meister; es war dies der siebte Titel unter Benthaus und der achte in der Vereinsgeschichte. 1982 wechselte Benthaus zum VfB Stuttgart; eine 17 Jahre andauernde, glanzvolle Epoche war zu Ende.

Ab- und Wiederaufstieg
Erfolge gab es in den 1980ern kaum mehr, der FCB dümpelte zunehmend im Mittelfeld der Tabelle. Das Interesse des verwöhnten Publikums schwand, die Zuschauerzahlen waren stark rückläufig. In der Folge nahmen die existenziellen Probleme des Vereins zu, was 1988 im Abstieg in die Nationalliga B gipfelte, ein Zerfall, den auch Benthaus’ zweite Amtszeit (1985-7) nu herauszuzögern vermochte. Der Abstieg führte zum Aderlass, junge lokale Talente (wie Beat Sutter, Dominique Herr oder Adrian Knup) verliessen den Verein. Der FCB war tief in den roten Zahlen, Konkurs und Vereinsauflösung drohten mehrfach und rückblickend scheint es durchaus ein Wunder, dass er diese Zeit überlebte.

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Die späten 80er Jahre waren prekär: Dringend benötigtes Geld wurde durch Tombolas, kuriose Auftritte im Stadttheater und Spendenaktionen eingebracht; einmal ging dem Mannschaftsbus auf der Heimfahrt das Benzin aus, und 1987 beherbergte Trainer Urs Siegenthaler mehrere Spieler in seiner Wohnung, weil ihnen der Verein keine Wohnung zur Verfügung stellen konnte. Das Team wurde jedes Jahr umgekrempelt, hatte kein Gesicht mehr, und der angestrebte Wiederaufstieg misslang mehrmals. Erschwerend kam dazu, dass die Nationalliga B in zwei Gruppen aufgeteilt war und der FCB häufig gegen welsche Mannschaften ohne grosse Zugkraft spielen musste (Monthey, Urania Genf). Einer dieser Vereine hat in Basel bis heute Kultstatus: Châtel St.-Denis. Nachdem sich der Club langsam erholt hatte, verpasste er in der Saison 1992/3 unter Friedel Rausch den Aufstieg gegen Luzern und die Grasshoppers nur knapp. Anfangs der 90er Jahre wurde der FCB aber definitiv wieder salonfähig, das 1993 gefeierte hundertjährige Jubiläum war ein grosses Stadtfest.

Kurz vor Saisonstart 1993 verliess Rausch (trotz mündlicher Vereinbarung) den FCB und wechselte in die Bundesliga zu Kaiserslautern. Der neue Trainer (Claude «Didi» Andrey) schaffte es, wenige Wochen vor Meisterschaftsbeginn eine wettbewerbstüchtige Mannschaft zu formen. Die Rolle des damaligen Präsidenten, Peter Epting, kann dabei nicht genug hervorgehoben werden. Zwar unterlag man zuhause im Cuphalbfinal im Penaltyschiessen gegen Schaffhausen, machte im Mai 1994 nach einem 1:1 bei Etoile Carouge (Torschütze Dario Zuffi) den vielumjubelten Aufstieg aber perfekt. Nach sechs leidvollen Jahren hiess es «nie mee Nati B!», die spontane Aufstiegsfeier in der Stadt bleibt bis heute legendär. Die Euphorie war gross, die ersten Jahre spielte man mit Spielern wie Dario Zuffi, Alexandre Rey und Admir Smajic munter im vorderen Mittelfeld mit. Die Substanz der Mannschaft sollte aber (noch) nicht für weitere Meriten reichen.

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Ära Jäggi/Gross/Oeri
Unter der Präsidentschaft von René C. Jäggi begann 1996 eine neue Ära. In seiner ihm eigenen zupackenden Art verpflichtete Jäggi mit Jörg Berger, Jürgen Hartmann, Oliver Kreuzer und Maurizio Gaudino grosse Namen aus der Bundesliga, und schon träumte man in Basel vom baldigen Titel. Das Unterfangen wurde zum Desaster. Die teure Mannschaft fand nie den Tritt, Trainer Berger wurde nach ein paar Monaten entlassen und man entging dem Abstieg nur hauchdünn; erst im letzten Spiel im Mai 1998 sicherte sich der FCB gegen Solothurn (vor 36’500 Zuschauern im Joggeli) den definitiven Klassenerhalt – unvergessen die Parade von Goalie Stefan Huber im zweitletzten Spiel in Kriens, als er in der 88. Minute einen Penalty abwehrte und den FCB in der NLA hielt. Trainer Karl Engel gelang es, die Mannschaft zu stabilisieren, aber zu mehr als Mittelmass reichte es auch ihm nicht. Das letzte Spiel im alten Joggeli fand im Dezember 1998 statt, passend mit einer Heimniederlage gegen Lugano. Dem wehmütigen Abschied aus dem Heimstadion wohnten über 30’000 Zuschauer bei.

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1999 wurde dann schliesslich die Basis zum Erfolg gelegt. Gisela «Gigi» Oeri kam als finanzstarke Mäzenin und Mitglied des Verwaltungsrates ins Boot und trug mit ihrer Unterstützung dazu bei, dass der Verein wieder in die Erfolgsspur fand. Christian Gross, der Erfolgstrainer der Grasshoppers, übernahm an der Seitenlinie; es gelang ihm, den FCB im Exil der Schützenmatte sportlich zu konsolidieren und auch international Erfolge zu feiern (unter anderem Siege gegen den HSV im Inter-Toto-Cup).

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Zwei Jahre später, am 15. März 2001, wurde das neue Joggeli eröffnet. Gross führte den FCB in der Spielzeit 2001/2 in den Final des UI-Cups (wo er an Aston Villa scheiterte) und zum langersehnten Gewinn der Meisterschaft – dem ersten nach 22 Jahren. Ausserdem gewann der FCB in dieser Saison den Cup gegen die Grasshoppers – das Double war perfekt. Es folgten der Cupsieg 2002/3 (Präsident war mittlerweile Werner Edelmann) und eine phänomenale internationaler Kampagne, in welcher der FCB bis in die Zwischenrunde der Champions League vorstiess. Bis heute unvergessene Spiele gegen Celtic, Liverpool oder Manchester machten den FCB europaweit bekannt. Mit seinem zehnten Meistertitel 2003/4 sicherte sich der FCB seinen ersten Stern, scheiterte international aber an Newcastle United. 2004/5 wurde der FCB erneut Meister, schied allerdings schon früh im Cup aus (1/8-Final gegen Thun) und unterlag in der Champions League-Qualifikation deutlich gegen Inter Mailand.

Die Saison 2005/6 strapazierte die Nerven der Fans gewaltig. Zwar erreichte der FCB – nachdem er gegen Werder Bremen in der CL-Qualifikation eliminiert worden war – den Viertelfinal im Europapokal, schied aber in einem dramatischen Spiel gegen Middlesbrough in letzter Sekunde aus. In der nationalen Meisterschaft kam es zum Herzschlagfinale; der FCB gab die sicher geglaubte Meisterschaft in letzter Sekunde aus der Hand, der FC Zürich gewann im Joggeli durch ein Tor in der 93. Minute mit 2:1. Der Platzsturm und die heftigen Ausschreitungen nach dem Spiel – von den Medien als «Schande von Basel» gebrandmarkt – führten dem Verein zwar grossen Schaden bei (Geisterspiele, Negativschlagzeilen), markierten aber auch eine wichtige Zäsur im angespannten Verhältnis zwischen Fans und Verein. Man ging aufeinander zu und begann miteinander zu reden, was unsere Fankultur bis heute prägt. Dieses Ereignis sollte den Aufstieg des Wirtschaftsanwalts Bernhard Heusler markieren; Gigi Oeri übernahm aber vorerst als Präsidentin und amtete für 6 Jahre als erste Frau an der Spitze eines Schweizer Fussballvereins.

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Im folgenden Jahr wurde der FCB nach einer spannenden Aufholjagd erneut Zweiter hinter dem FCZ, allerdings mit einem schalen Nachgeschmack. Die Zürcher sicherten sich den Titel am grünen Tisch: sie bekamen in der Causa «Muntwiler» zwei umstrittene Punkte zugesprochen und hatte am Ende genau einen Punkt Vorsprung. Der Cupsieg gegen Luzern war dennoch mehr als ein Trostpflaster.

Der Sommer 2007 stand im Zeichen der Rückholaktion verdienter ehemaliger Spieler (David Degen, Beni Huggel, Marco Streller), welche nach Jahren in der Bundesliga wieder für den FCB aufliefen, und dies mit Erfolg: Nach zwei Saisons als Vizemeister sicherte sich der FCB in der Saison 2007/8 zum zweiten Mal unter Christian Gross das Double. Der FCB schaffte es in die Gruppenphase der Champions League (mit Donezk, Sporting Lissabon und Barcelona), machte aber keine gute Figur und schied sang- und klanglos aus. Auch in der Meisterschaft und im Cup konnte der FCB keinen Titel holen und beendete die Saison auf Platz drei, die schlechteste Platzierung seit 2002. Am Ende dieser enttäuschenden Saison ging die 10-jährige, äusserst erfolgreiche Ära von Christian Gross zu Ende. Im Sommer 2009 musste er den Verein verlassen, ebenso wie der Publikumsliebling Ivan Ergic.

Es kam zum kompletten Neuanfang. Ziemlich überraschend übernahm Thorsten Fink mit seinem Assistent Heiko Vogel das Amt des Cheftrainers. Nach schleppendem Saisonbeginn gewannen die beiden in ihrer ersten Saison, in welcher der FCB zeitweise mit 13 Punkten hinter den Young Boys zurücklag, in einer Finalissima im Berner Wankdorfstadion, noch das frenetisch gefeierte Double (6:0 Sieg im Cupfinal gegen Lausanne). Ausserdem erreichte der FCB, verstärkt mit Rückkehrer Alex Frei, die Gruppenphase der Europaliga (Gegner waren AS Roma, Fulham und Sofia). 2010/1 wurde der FCB erneut Meister, qualifizierte sich für die Champions League und kam nach der Gruppenphase bis in den 1/16-Final der Europaliga (Niederlage gegen Spartak Moskau). Eine herbe Enttäuschung war allerdings das frühe Ausscheiden im Cup-Viertelfinale gegen Biel.

2011 begann die Mission «Titelhattrick» schlecht; nach sechs Runden lag der FCB auf dem achten Rang, Thorsten Fink verliess den Verein über Nacht und wechselte zum HSV. Mit Heiko Vogel an der Seitenlinie spielte der FCB fulminant: am Ende einer grandiosen Saison gewann die «Jahrhundertmannschaft» mit über 20 Punkten Vorsprung die Meisterschaft und dazu noch den Cup (5:3 nach Penaltyschiessen gegen Luzern) – das 5. Double. In der Champions League kam es zu legendären Partien gegen Manchester United (3:3 im Old Trafford und ein 2:1 im Joggeli) und im Achtelfinal gegen Bayern München (1:0 im Joggeli, aber ein sang- und klangloses 0:7 in München). Es war die letzte Saison von Scott Chipperfield (13 Titel in elf Jahren) sowie Beni Huggel im rotblauen Trikot.

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Ära Heusler
Am 16. Januar 2012 wurde Bernhard Heusler an einer ausserordentlichen Generalversammlung zum Präsidenten des FC Basel gewählt, Gigi Oeri als Dank für ihre grossen Verdienste zur ersten Ehrenpräsidentin ernannt. Seit den Ausschreitungen von 2006 prägte Heusler’s differenzierte, besonnene Persönlichkeit das Verhältnis zwischen Vorstand, allgemeiner Öffentlichkeit und Medien. Im September 2012 wurde er einer ernsten Belastungsprobe unterworfen, als der äusserst beliebte Cheftrainer Heiko Vogel überraschend beurlaubt und durch Murat Yakin ersetzt wurde, was nicht ohne massive Nebengeräusche und öffentliche Kritik vonstatten ging. Unter Yakin stabilisierte sich die Mannschaft und qualifizierte sich nach hervorragenden Spielen gegen Dnipropetrowsk, Zenit St. Petersburg und den Tottenham Hotspurs sogar für die Halbfinals der Europa League, wo Chelsea London Endstation war. Die Meisterschaft gewann der FCB knapp vor dem FC Zürich, der Cupfinal gegen die Grasshoppers ging jedoch im Penaltyschiessen verloren. Zudem trat Alex Frei, einer der Garanten der jüngeren Erfolgsgeschichte, während der laufenden Saison zurück, um ein Amt als Sportdirektor in Luzern anzutreten.

Zu Beginn der Saison 2013/14 gab es einen bekannten Rückkehrer zu vermelden: Matias Delgado kam zurück nach Basel und trug seinen Teil bei zu neuerlichen, herausragenden Erfolgen in der Champions League. Besonders in Erinnerung bleiben die Spiele gegen Chelsea; der 2:1-Sieg an der Stamford Bridge war (nach 10 Versuchen) der erste Sieg überhaupt im Mutterland des Fussballs. Die Achtelfinalqualifikation ging durch eine Niederlage auf Schalke zwar verloren, aber in der Europa League setzte man sich gegen Red Bull Salzburg durch. Die Geschehnisse auf den Rängen und ein Spielabbruch bescherten dem FCB ein Geisterspiel, welches zu Diskussionen Anlass gab. Im Viertelfinal-Spiel gegen Valencia CF gewann man zuhause 3:0, schied aber auswärts durch ein 0:5 nach Verlängerung schmerzlich aus. Es gab – hauptsächlich von den Fans – Feierlichkeiten rund um das 120-jährige Klubbestehen: «So wie mir hüt sin – zu däm hesch du uns gmacht».

Die Leistungen in der heimischen Liga waren von vielen Unentschieden und wenig attraktivem Spiel gekennzeichnet, was zu medial aufbereiteten Unruhen in der Mannschaft und zur Beurlaubung von Murat Yakin am ende der Saison führte. Dennoch war der Titelgewinn, der fünfte in Folge und eine neue Bestmarke in der Schweizer Klubgeschichte, kaum umstritten. Im Schweizer Cup unterlag der FCB dem FCZ nach Verlängerung, was die zweite Finalniederlage hintereinander bedeutete. Erneut verliessen einige der bekanntesten und beliebtesten Spieler den Verein in Richtung Bundesliga: Torwart Yann Sommer und Valentin Stocker.

Mit Paulo Sousa übernahm im Sommer 2014 erstmals ein lateinisch geprägter Trainer den FCB. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten und Diskussionen über diverse Neuerungen (zum Beispiel den Entscheid, Trainings nicht mehr öffentlich abzuhalten) fing sich die Mannschaft. Sie besiegte unter anderem Liverpool in der Champions League, um sich zum zweiten mal für das Achtelfinale zu qualifizieren (wo man Porto deutlich unterlag). In der Meisterschaft lag man fast immer an erster Stelle, und als sich nach anfänglich starkem Rotieren eine stabile Mannschaft herausgebildet hatte, distanzierte man die Verfolger konstant. Den unglaublichen 6. Titel in Folge gewann man im Heimspiel gegen die Young Boys, im Cup schaffte man es zum vierten mal hintereinander in Folge in den Final. Im heimischen Joggeli spielte der FCB gegen die Cup-Mannschaft schlechthin, den FC Sion, und war beim 0:3 chancenlos. Es war ein unwürdiger Abgang für Marco «Pipi» Streller, der als Kapitän die treibende Figur auf der Erfolgswelle und schon zu Aktivzeiten eine der grössten Clublegenden (neben Seppe Hügi und Karli Odermatt) war. Sein Charakter, seine Verbundenheit und seine Fairness waren exemplarisch. Im letzten Liga-Heimspiel wurde «Pipi» mit einer Choreographie geehrt: «Spieler wärde Helde – und denn zur Legände» Ebenso verliessen Fabian Schär und später dann Fabian Frei den Verein.

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Im Sommer 2015 kam es zu einem neuerlichen Umbruch. Urs Fischer, «oise Käptn» und Urgestein eines grossen Rivalen, wurde neuer Cheftrainer, was zu hitzigen Diskussionen führte (ebenso wie der Zuzug von Renato Steffen in der Winterpause). Die Mannschaft spielte schnell aus einem Guss, war ab dem zweiten Spieltag Tabellenführer und gewann die Meisterschaft deutlich mit 14 Punkten Vorsprung. Andere Wettbewerbe waren weniger ruhmreich: im Cup scheiterte man nach einem packenden Viertelfinal in Sion unglücklich im Elfmeterschiessen, international scheiterte man in der CL-Qualifikation an Maccabi Tel Aviv, gewann dann aber zum ersten mal eine Gruppe in einem europäischen Wettbewerb (unter anderem Dank eines Auswärtssieges gegen die von Paulo Sousa trainierte AC Fiorentina). Ein emotionaler Höhepunkt war das Herzschlagfinale gegen St Etienne im 1/16 Finale der Europa-Liga (Zuffi schoss das siegbringende Tor in der 92. Minute), letztlich war aber Sevilla Endstation, was den Traum vom «Final dehai» platzen liess. Wieder mussten wir uns von weiteren grossen und altverdienten Spielern verabschieden: Behrang Safari, Walter Samuel und PD4, und Breel Embolo verliess den FCB, um zu Schalke in die Bundesliga zu wechseln.

Obwohl es im Sommer 2016 zum mittlerweile obligaten personellen Umbruch kam, dominierte die Mannschaft die Meisterschaft vom ersten Spiel an nach Belieben. Schon bald betrug der Vorsprung 10 Punkte. Im Cup setzte man sich gegen Unterklassige mit durchmischten Leistungen durch, überzeugte aber mit starken Leistungen gegen den FZ Zürich (1/4 Finale) und den FC Sion (Finale). Damit nahm man Revanche für die bittere Niederlage im Final von 2015 und setzte dem Mythos der Cupmannschaft FC Sion endgültig ein Ende. International aber war es eine Saison zum Vergessen. Zwei unglücklichen Niederlagen gegen Paris St. Germain standen zum Teil klägliche Auftritte gegen Arsenal und den altbekannten Club PFC Ludogorets Razgrad gegenüber. Der FCB wurde Gruppenletzter und überwinterte zum ersten mal seit 2009 nicht europäisch. Zu reden gaben vor allem die schlecht kommunizierte Anpassung der Ticketpreise sowie der kollektive Rücktritt des Verwaltungsrates um Bernhard Heusler und Georg Heitz, welche einer neuen Crew um Bernhard Burgener und Marco Streller Platz machten. Urs Fischers Vertrag wurde nach der Saison aufgelöst.

 

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